Jingle Bells…

Geschrieben am Oktober 28th, 2006 by Kirika.
Kategorien: Weltgeschehen, Persönliches, Alltag | .

Heute, nach langer Zeit mal wieder, war ich mit meiner Mutter einkaufen. Nachdem wir die eher abschreckende Obst&Gemüse-Abteilung schleunigst verlassen haben, fanden wir uns in der Süßwarenabteilung wieder. Was man da sieht, lässt einen entweder sabbern oder losschreien:

  1. Schoko-Weihnachtsmänner
  2. Schoko-Rentiere
  3. Christstollen
  4. Domino-Würfel
  5. Speculatius

Und noch mehr Süßkram. Alles für Weihnachten. Ob das nun die Lebkuchen sind oder der Kunstschnee für die Fenster, es ist zum Ausrasten. Kaum ist der Sommer vorbei und es beginnt zu herbsteln, wird man in den Supermärkten mit Weihnachtszeug überfallen und genötigt, die fette, bartumschmückte Fratze eines Mützenträgers zu sehen, sich quälende Weihnachtsvorstimmungslieder anzuhören und den Geruch von Zimt und Mandeln wahrzunehmen. Doch als ob das nicht noch das schlimmste wäre, nein, es geht noch schlimmer:

Kaum hat man sich durch die Weihnachtssüßigkeitenabteilung durchgekämpft und hat nur eine Packung Speculatius und ein paar Domino-Würfel mitgenommen, so sieht man an den Seiten der Regale Teleskope mit Aluminumstativ für 59.95€ (immerhin knappe 120 Mark), Hometrainer für 99.95€ (ca. 200 Mark) und andere überteuerte Dinge, die man nicht brauch und die sich natürlich perfekt für Weihnachten eignen. Das erweckt dann natürlich das Kindheitstrauma, als man als kleiner Knopf hoch zur Mama schaute und dann mit großen Augen auf das ferngesteuerte Auto starrte oder auf die lebensgroße Puppe, die natürlich total überteuert waren. Die Mama lächelte gequält und zog einen mit sanfter Gewalt fort. Und dann sah man natürlich noch, wie eine andere Mama ihrem Kind das ersehnte Geschenk kauft. Und dann wusste man, was die Mama meinte, wenn sie sagte “Weisst du, wir sind doch arm.”

Und dann ist Weihnachten nichtmehr schön. Weil dann wusste man, dass man arm war.
Oder kurz gesagt: Weihnachten ist fürn Arsch!
Und dass man was schenkt, ist garnicht Tradition. Es wurde erst mit der Zeit dazu missbraucht, sich gegenseitig überteuerte Geschenke zu machen und irgendwann wurde es erwartet. Man könnte das nun auf die heiligen drei Könige schieben, allerdings kamen die erst am 6. Januar beim Mister Jesus an und müllten ihn mit ihrem Gruscht zu.

Also Leute, besinnt euch mal an den wahren Geist der Weihnacht. Nicht Geschenke, nicht Süßigkeiten, nicht Glühwein, nein, es geht um den kleinen Kerl, der vor ca. 2000 Jahren auf die Erde kam. So. Und ich ess jetzt meine Domino-Würfel. Die hab ich mir verdient.Tags: