Killerspielchen
Kategorien: Politik, Internet, Weltgeschehen, Fernsehn |
Kennt ihr diese Dinger?
Böses Bumm-Bumm und Blut und so. Gaaaanz gefährlich. *Ironie off*
Und nun mal im Ernst.
Wer alle Schuld auf etwas schiebt, das er nicht kennt, der ist nur zu faul, die wirklichen Ursachen zu suchen.
Nehmen wir unsere lieben Amokläufer:
Nur weil die beispielsweise Counterstrike gespielt haben, sind die nicht gleich zum potentiellen Psycho-Attentäter mutiert und haben alle gemeuchelt.
Nein, das geht viel tiefer, liebe Freunde.
Schaun wir uns mal die Familie an, das Umfeld, die Gesellschaft…
Fehler 1:
In der Familie wird schon viel falsch gemacht. Der Vater ist Waffennarr und trinkt, wenn er betrunken ist, schlägt er Klein-Anton und seine Frau grün und blau.
Später tut ihm das natürlich leid, aber es wiederholt sich immer wieder. Gemacht wird nichts.
Fehler 2:
Aus Klein-Anton wurde mittlerweile Anton. Er hat gerade die 8. Klasse Realschule wiederholt, weil er durch die familiären Probleme nicht lernen kann. Er ist nicht dumm, aber durch die psychische Belastung ist er einfach zu sehr ausgelastet um sich noch um die Schule zu kümmern.
Er wird zunehmends blasser, schwänzt die Schule…
Die Lehrer geben ihm Briefe mit nach hause, lassen ihn nachsitzen und bestrafen ihn auch so.
Keiner fragt nach den Gründen.
Fehler 3:
Anton gerät langsam auf die schiefe Bahn, hat falsche Freunde.
Sein Vater nimmt ihn nun manchmal mit auf die “Jagd”. Büchsenschiessen im Wald und so.
Keinen kümmert es, dass Anton mit solch zwielichtigen Gestalten verkehrt.
In der Schule ist er immer mehr der Aussenseiter, wird verlacht und gehänselt, die ganze Klassengemeinschaft ist gegen ihn.
Anton muss Frust ablassen. Weil er immer nur Gewalt (Vater) und Bestrafung (Schule) als Lösung gelernt hat, beschliesst er, die Gesellschaft, die ihn so geformt hat, zu bestrafen…
Zufälliger spielt Anton, wie Millionen andere Jugendliche auch, Counterstrike. Es ist für ihn ein Spiel, mehr nicht.
Hier, in der Onlinegesellschaft, wird er wenigstens für sein Können anerkannt, er ist zum ersten Mal stolz.
Fehler 4:
Anton schafft die 10. Klasse nicht. Er beschliesst, die Schule abzubrechen, helfen will ihm keiner…
Er ist frustriert, alle haben ihn im Stich gelassen.
Anton beschliesst, sich zu rächen.
Vater hat Waffen, Anton kennt nur die Gewaltlösung…
Am 9. Februar 2007 dringt Anton, schwer bewaffnet, in die Schule ein.
Keiner hat etwas bemerkt und auch die Passanten wundern sich nicht über diesen jungen Mann, der in einem Tarnanzug durch die Stadt läuft…
Um 10.54, 19 Minuten nach der Pause, beginnt das Massaker.
Anton erwischt zuerst den Mathematiklehrer, Herrn Epple. Dieser erleidet einen Durchschuss durch die rechte Schulter und überlebt mit heftigem Blutverlust sehr knapp.
11.02: Antons zweites Opfer ist der Schüler Olaf Lempke aus der 10 c. Er kennt ihn nicht persönlich, er ist nur einer der Schüler, die ihn gedemütigt haben. Olaf wird für immer querschnittsgelähmt bleiben, da Anton ihm in den Rücken schiesst, als er davonlaufen will.
11.07: Erste Polizeikräfte können in den zweiten Stock der Realschule vordringen und Herrn Epple sowie Olaf aus der Gefahrenzone bergen.
11.12: Anton versucht verzweifelt, die Polizisten durch Tischbarrikaden aufzuhalten und zu flüchten. Als sie ihn schliesslich in ein Zimmer eingeengt haben, schiesst er wild um sich und trifft einen der Beamten durch den Hals, wodurch er wenig später verstirbt.
Anton selbst geht im Kugelhagel der Polizisten in die Knie und ist sofort tot.
3 Tage später:
Das ganze Land ist erschüttert, die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Erste Politiker auf Bundesebene werfen Reden in die Medien, dass Anton allein durch die “Killerspiele” so geworden wäre.
Beweise gibt es nicht, die Politiker wissen nichtmal etwas von Antons familiärem Umfeld.
Wenige Wochen später:
Die Ermittlungen sind abgeschlossen und beweisen, dass Anton psychisch schon schwer angeschlagen war, als er die Tat vollbrachte.
Es steht fest, dass vor allem die Gemeinschaft ihn so geformt und zum Amoklauf gebracht hat, ihn mit Erwartungen und Druck eingeengt hat und ihm keine Chance zu fliehen liess.
Interessieren tut es keinen…Alle hören gebannt den Politikern zu, wie sie wild über Dinge spekulieren, die nicht richtig sind oder verzerrt an die Öffentlichkeit gedrungen ist.
“Es waren wieder einmal die Killerspiele“, meint der Bundesverteidigungsminister, der insgeheim schon die Gesetzesnovelle zum Abschuss von Flugzeugen ausarbeitet, falls “Gefahr bestünde“.
Der Justizminister des Bundeslandes pflichtet ihm bei: “Unsere Jugend wird durch solcherlei “Gewaltverherrlichung” dazu animiert, Straftaten zu begehen.”
2 Jahre später, Politiker auf EU Ebene verhandeln über ein Verbot von sogenannten “Killerspielen”:
Es wird eine Studie bekannt, die zeigt, dass solcherlei Spiele kaum Einfluss auf die Gewaltbereitschaft von Kindern haben.
Diese Studie wird allerdings totgeschwiegen.
Darum Leute, unterschreibt hier, schickt den offenen Brief an euren Bundestagsabgeordneten und gebt diesem Kahlschlag des Staates keine Chance!
Anmerkung: Alle Personen in diesem Text sind frei erfunden.
Jegliche Ähnlichkeit zu lebenden oder verstorbenen Personen, sowie Ereignissen in der Geschichte, mögen sie vergangen oder zukünftig sein, sind rein zufällig.
via PlasticThinking Tags:Amoklauf Killerspiele Politik
Bisher keine Kommentare.

