Die Feinstaubplakette
Ab heute gilt in acht Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg die Feinstaubplakette (im weiteren Text Umweltplakette genannt).
Will heißen: Das Bepperle entscheidet, wo man zukünftig durchfahren darf und wo nicht.
Fährt man ohne entsprechende Plakette nun durch einen der acht Orte kriegt man von nun an eins per Bußgeld auf den Deckel.
Doch warum hat man diese Plakette überhaupt eingeführt? Der Umwelt zuliebe?
Hat die Politik auf einmal ihr Umweltgewissen entdeckt? Oder steckt da eventuell doch etwas anderes dahinter?
Fakt ist, die Umweltplakette benachteiligt Leute, die sich keinen Wagen leisten können, der den Anforderungen der Regelung entspricht.
Vor allem ärmere Bevölkerungsschichten, die auf Gebrauchtwagen zurückgreifen müssen, sind nun gezwungen die “Verbotenen Zonen” zu umfahren. Und was ist erst mit betroffenen Anwohnern, die sich keinen neueren Wagen leisten können, sowie alte Leute und Invalide die nur eine kleine monatliche Rente bekommen? Man nimmt ihnen das bischen Mobilität, das bischen Freiheit, das ihnen durch ihren PKW noch gegeben ist. Und die restlichen Anwohner, die sich keinen neueren Wagen leisten können, gucken auch in die Röhre.
“Sollen sie halt mit dem Bus fahren!” kommt dann oft als Argument.
Jedoch ist Busfahren derzeit sogar teurer, als mit dem eigenen Wagen fahren. Und genau deswegen sind viele Busse oft so leergefegt.
Die Folge für die Betroffenen ist, dass sie mehr Geld in ihren Wagen investieren müssen (sofern sie ihn überhaupt noch benutzen dürfen s.o.) - Treibstoff kostet schließlich was, angemerkt: nicht gerade wenig, und wächst nicht auf Bäumen.
Auch Studenten und Schüler, die als Erstwagen oftmals ein älteres Modell fahren und sowieso relativ wenig Geld zur Verfügung haben, werden hier - teilweise extrem - geschädigt.
Es trifft mal wieder, wie so oft, die Falschen. Ironischerweiße haben Verkehrsberuhigte Bereiche eine bessere Wirkung als die neuen Zonen…
Durch die Umfahrung der betroffenen Gebiete zeigt sich ein weiteres Problem:
Wer weiter fährt, verbraucht mehr Treibstoff. Wer mehr Treibstoff verbraucht, belastet die Umwelt stärker.
Ergo verfehlt die Bestimmung ihr Ziel ins Gegenteil. Nicht weniger, sondern mehr Feinstaub wirbelt durch die Luft.
Es mag sein, dass die Menschen in den Zonen von den Bestimmungen provitieren und “gesünder” sind.
Jedoch provitieren sie aus der Problemverlagerung um die Zonen herum (durch oben erwähnte Umfahrung).
Das Problem ist nicht aus der Welt, weil man Umweltzonen errichtet, es wird nur in andere Bereiche verschoben.
Stellt sich natürlich die Frage, wer von der neuen Bestimmung überhaupt provitiert.
Da dürfte wohl vor allem die Automobilindustrie genannt werden.
Sie wird im Lauf der Zeit mehr Neuwägen verkaufen können, da mehr Personen wieder einen Neuwagen benötigen um in die Zonen zu gelangen. Insgeheim wird mit diesen neuen Regelungen also die Automobilwirtschaft angekurbelt.
Ein weiteres Phänomen taucht auf: Der Rußpartikelfilter, subventioniert vom Staat und die Plakettengarantie schlechthin.
Dass solch ein Rußpartikelfilter nette Nebeneffekte mit sich bringt, wird jedoch gerne verschwiegen.
Zum einen “produziert” er Nitrotyrosin - hoch allergieauslösend und nicht gerade gesundheitsfördernd.
Dazu wird der Energieverbrauch nachhaltig erhöht. Wie war das noch mit mehr Verbrauch = mehr Schmutz?
Nachhaltig wird durch den Filter also mehr Schmutz produziert, als ohne diesen. Und ohne den gibt es auch kein Mehr an allergieauslösenden Stoffen.
Der Filter mag zwar Rußpartikel ausfiltern, jedoch nur, wenn sie auch funktionieren.
Ergo tauscht man nur ein Übel durch ein anderes aus. So in der Form “Hmm, sollen wir heute krebserregende oder allergieerregende Stoffe in die Luft pusten?”.
Über die Langlebigkeit der Filter will ich garnicht erst reden. Habe aber schon von einigen Fällen gehört, bei dem die tolle Kiste schlapp gemacht hat.
Viel Wind also um nichts. Es bleibt alles beim Alten, was die Umweltbelastung angeht, da man das Problem nicht löst sondern verschiebt.
Man schiebt der Industrie mehr Geld zu und päppelt sie so künstlich hoch, während ärmere Leute im Regen stehen gelassen werden und sehen können, wo sie bleiben.
Man unterstützt eine Aufrüstmöglichkeit, die eine Gesundheitsgefährdung durch eine andere austauscht, teilweise nicht richtig funktioniert und die Belastung eher steigert anstatt sie zu senken.
Es gibt ein paar “gesündere” Bereiche im Bundesland, während anderswo die Leute noch mehr Dreck in ihre Atemluft gepustet kriegen.
Und da behauptet der Staat und die EU noch allen Ernstes, dass man uns mit diesen Zonen etwas gutes tun will.
Wer von euch erkennt da die Ironie?Tags:Einführung Feinstaub Feinstaubplakette Regelung Umweltplakette
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