“Warum Islam und nicht das Evangelium?” - Part 2
Heut habe ich die Antwort auf meine Mail gekriegt:
Sehr geehrte Krika Yumura,
sie hatten uns geschrieben…entschuldigen Sie die verspätete Antwort.
Oftmals versuchen die Medien den Islam als wahre Religion mit folgenden Themen zu beschuldigen, nämlich Kriege.
Als Erstes sollte vielleicht festgestellt werden, über welche Art von Krieg diskutiert wird. Schließlich gibt es sehr wohl Feldzüge, die einem übergeordneten Ziel dienen, wie etwa die Befreiung Europas von den Nazis im letzten Jahrhundert.
Allah der allmächtige sagt im Koran: „Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, dann wäre die Erde wahrhaftig von Unheil erfüllt.” (2:251)
Auch Muhammad hatte gerechtfertigte Gründe für seine Schlachten, die zumeist der Verteidigung dienten. Zudem sind alle diese Kämpfe erst nach seiner Berufung zum Propheten erfolgt und somit gottgewollt. Gott ist immer gerecht und fügt niemandem ein Unrecht zu, also waren auch diese Kriege angemessen und gerechtfertigt. Erlauben Sie uns ein paar Gegenfragen:
Ist es richtig oder falsch, dass eine Stadt zu ihrer Sicherheit eine Polizei hat?
Kann die Polizei, wenn es nötig ist, von ihrer Waffe Gebrauch machen.?
Kann die Polizei zum Schutz für andere Menschen eingesetzt werden?
Wir denken, dass Sie alle Fragen mit Ja beantworten werden.
Machen Sie sich Gedanken darüber….
Genauso hat der Herrscher des Universums die Propheten zur Rechtleitung der Menschen geschickt. Zum Schutz und zur Sicherheit der Menschen und zur Rechtleitung der Menschen durch den allmächtigen Schöpfer sind manchmal Eingriffe notwendig gewesen. Außerdem sehen wir in der Prophetengeschichte…dass immer die ungläubigen die Glaubensanhänger verfolgt und gefoltert haben.
Der Missbrauch der islamischen Religion von bösartigen Menschen, die sich gar nicht islamisch verhalten, ist nicht die Schuld des Islams.
Wir wünschen alles Gute für unsere Mitmenschen, sowohl fürs Diesseits als auch für das Jenseits.
Allah soll uns alle rechtleiten.
Team Deutsche Muslima
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Meine Antwort war folgende:
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Die Medien berichten nur aus der Sicht derer, die sie sehen wollen - die westliche Kulturwelt eben. Es wird niemals total neutralberichtende Medien geben, solange diese vom Staat oder der Wirtschaft beeinflussbar sind. Ich finde das Wort des Einzelnen, der selbst Augenzeuge ist, viel authentischer. Eventuell haben Sie schon etwas von Jürgen Tödenhofer gehört, der für eine kurze Zeit in den besetzen Irak kam, und dortige Widerstandskämpfer befragt hat. Es ist äußerst lesenswert und vielleicht werden damit viele Vorurteile in der westlichen Kulturwelt gestoppt und eine klare Sicht auf die Tatsachen eröffnet.
Nunja.
Religionen waren des öfteren Auslöser für Kriege könnte man meinen - jedoch stand immer eine Person dahinter, die die Religion, egal welche, für seine Zwecke missbraucht hat. Sei es ein Papst Urban, ein Osama Bin Ladin oder ein George Bush.
Es ist sehr wohl richtig, dass im Hinblick der Geschichte manche Kriege als gerechtfertigt dienen, und manche nicht. Jedoch ist Krieg für die direkt Beteiligten NIE der richtige Weg.
Allah, Jahwe, Gott - es sind nur die unterschiedlichen Namen, die wohl immer wieder Aggressionen unter den Religionen auslösen, bzw. die als vorgeschobenen Grund für Aggressionen herhalten müssen. Was mich jedoch erschreckt, ist der Teil Ihrer Argumentation, dass Kriege Muhammads gottgewollt und gerechtfertigt wären.
Ich denke nicht, dass ein Gott uns erschaffen hat, damit wir uns im Nachhinein gegenseitig schaden und damit sein Werk zerstören und ihn damit direkt schmähen. Dies soll kein Zweifeln an Muhammads Auftrag und Berufung zum Propheten sein. Jedoch, sei es ein noch so hoher Religionsdiener oder ein schlichter Gläubiger, der einen Krieg beginnt - ihn auf Gott zu schieben ist, verzeihen Sie mir diese direkten Worte, Gotteslästerung und ein Missbrauch seines Namens, um andere Menschen in den Tod zu reissen.
Ich habe viele muslimischgläubigen Länder bereist und war dort in nahem Kontakt zu der Bevölkerung. Alle haben mir bestätigt, dass sie mit den Morden Bin Ladins oder anderen militanten Personen aus ihrem Kulturkreis nicht übereinstimmen, dass sie sie verachten und Allah/Gott dies bestimmt nicht gewollt hat. Es existiert kein heiliger Krieg in dem Sinne, es existiert meines Wissens keine Sure, in der Allah oder Muhammad zu den Waffen ruft oder einen Krieg befiehlt.
Krieg ist, egal auf welcher Seite, Unrecht. Denn die, die darunter zu leiden haben, sind die Unschuldigen.
Sei es vor 800 Jahren in Palästina durch die Kreuzfahrer oder durch die Kriege, die bis nach Wien gereicht haben, sei es durch die völkerrechtswidrigen Angriffskriege auf Afghanistan und den Irak - es sind die Unschuldigen, die dafür bluten müssen.
Ist es denn Recht, dass Gottes Schöpfung sterben muss? Ist es Recht, dass Gläubige, denen der Koran/die Bibel/die Thora gottesfurcht, Mitleid und Güte gelehrt hat zu den Waffen greifen?
Ist es Recht, Gottes Namen mit Blut zu tränken, und auch noch dreist zu behaupten, dies sei sein eigener Wille?Ich denke, dies ist kein Recht.
Es ist keinesfalls falsch, dass eine Stadt ihre Bürger mit Hilfe der Polizei schützt, sie ggf. bewaffnet und dementsprechend auch eingreift, sofern Gesetze verletzt werden.
Man muss jedoch bedenken, dass die Polizei unter strengen gesetzlichen Vorlagen steht und ein Polizist, sollte er eine Straftat begehen oder seine Macht missbrauchen, diese Gesetze dementsprechend auch zu spüren bekommt.
Ich denke schon, dass ich alle Fragen mit Ja beantworten würde, denn anders lässt sich - leider - ein Zusammenleben nicht regeln.
Jedoch kann man eine bewaffnete Polizei zu keiner Zeit mit Soldaten gleichsetzen.Es ist möglich, dass der Prophet die Aufgabe hat, die Menschen zu Belehren, sie zu weisen und ihnen zu zeigen, was Recht und was Unrecht ist, und es ist bestimmt auch wichtig, dass hierbei auch göttliche Eingriffe wichtig sind. Jedoch hat Gott allein das Recht, seine Schöpfung zu zerstören, wenn es ihm als einzige Möglichkeit bleibt - Gott gibt und Gott nimmt. Nicht der Mensch. Und darum hat der Mensch auch kein Recht, Gottes Schöpfung anzurühren oder gar zu zerstören. Nur Gott hat dieses Recht.
ch denke, Sie würden mir auf diesem Standpunkt auch bejahend gegenüber stehen, finden sie nicht?Desweiteren denke ich, dass Gott keinen Unterschied zwischen Ungläubigen und Gläubigen macht, denn Gott äussert sich auf vielen, wundervollen Wegen.
Wäre es nicht töricht zu behaupten, Gott habe uns erschaffen aber verweigere einem Großteil seiner Schöpfung den Einlass ins Paradies?
Ich denke, Gott wird uns nicht (nur) nach dem Glauben abwägen, sondern vielmehr nach den Taten, welche wir in unserem Leben begangen haben.
Es mag sein, dass Sie mir hier nicht zustimmen. Wer hier richtig liegt erweist sich erst dann, wenn wir zum Allmächtigen aufgestiegen sind.Mit der Verfolgung und der Folterung muss ich aufs Tiefste zustimmen, die Hände unserer Glaubensgemeinschaft sind aufs tiefste mit Blut überzogen, das von vielen Unschuldigen Juden, Muslimen und Andersgläubigen vergossen wurde - jedoch nur, weil unsere Religion instrumentalisiert wurde und sie von schändlichen Menschen zu Krieg und Mord missbraucht wurde.
Und genau dieser Missbrauch verläuft in jeder Religion. Ich denke, wir alle müssen unser Möglichstes tun, um zu verhindern, dass so etwas jemals wieder passieren kann.Beten wir dafür, dass wir endlich in eine Zeit des Friedens kommen mögen, in denen die Religionen Hand in Hand gehen werden. Inschallah.

