Kiri's Blog

Tag: Deutschland

Alternativlos!

von Kirika am Aug.08, 2010, unter Politik, Presse

Der Mensch sucht gerne Alternativen. Französische Könige etwa haben sich, statt sich zu waschen, mit Eau de Toilette eingerieben. Literweise haben sie das Zeugs verbraucht, stanken dementsprechend nach jenem Parfüm (woher auch die Redewendung “Stinkfeine Gesellschaft” stammt) und waren trotzdem nicht grade hygienisch.

Ebenso sucht man heute immer nach Alternativen, wie man die eigene Faulheit bei gleichzeitig steigender Produktivität ausweiten kann – so entstehen etwa Erfindungen wie Rechenmaschinen, Fließbandarbeit mit Robotern und ähnliches.

Allerdings gibt es manche Sektoren, die scheinbar alternativlos sind. Die Wehrpflicht etwa – damals eingeführt, weil der Russe vor der Tür stand und die Jugend in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts der konservativ geprägten Bevölkerung auf den Geist ging. Nun hat man natürlich das Problem, dass die Wehrpflicht in ihrer Form inzwischen unnütz ist und sich nicht grade die Hellsten in der Bundeswehr als Berufssoldat einfinden.
Man kann nun natürlich sagen, warum brauchen wir überhaupt eine Armee? Wir befinden uns in einem relativ sicheren Teil der Welt, umgeben von einer Staatengemeinschaft, die inzwischen so ineinander verwachsen ist, dass ein Krieg in nächster Zeit unwahrscheinlich scheint. Also wackelt so gesehen natürlich auch die Wehrpflicht – denn wo keine Armee gebraucht wird, wird auch kein Wehrpflichtiger gebraucht. Dummerweise gehen damit auch eine ganze Reihe billiger Arbeitskräfte, Zivildienstleistende genannt, verloren, auf die sich zufälligerweise viele Organisationen im Bereich Krankenversorgung stützen.

Drum scheint alles alternativlos bei der Bundeswehr. Erneuern wir sie, kostet uns das viel Geld. Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, das kostet uns wieder Geld, diesmal bei Krankenkassen und Ähnlichem. Was tun? Es ist ja so alternativlos!
Dabei wäre die Lösung doch ganz einfach, auch um eine Gerechtigkeit zu schaffen: Zivildienstpflicht. Eine Wehrpflicht ist so oder so unnütz geworden, sechs Monate reichen gerade mal aus, um einem beizubringen, wie man die Stiefel des Vorgesetzten richtig ableckt und eine Waffe hält. Ein Übungsschuss mit einer Panzerabwehr-Attrappe kostet etwa 2000€, mit einer scharfen Waffe gar 4000€. Das Geld könnte man gut anderswo gebrauchen.
Eine Zivildienstpflicht für Männer wie Frauen  wäre dahingehend eine gute Alternative – wird hierbei sowohl die Gerechtigkeit endlich hergestellt, Geld in Form von Soldatentraining eingespart und gleichzeitig der Gesundheitssektor vor einem Kollaps bewahrt.

Aber hach, es ist ja alles so alternativlos hier in Deutschland!

via rotstehtunsgut

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Der Spruch zum Samstag

von Kirika am Jul.31, 2010, unter Politik, Presse

“Nur weil dein Parteibuch eine bestimmte Farbe besitzt, heißt das nicht, dass du dein Hirn ausschalten sollst und jedmöglichen Scheiß in deine Rübe reinschaufeln musst, der entfernt die gleiche Farbe besitzt wie dieses unsägliche Büchlein.” – zum Fraktionszwang und teilweise idiotisch anmutenden Mitläufertum in Parteien.

PS: Immer noch auf Wohnungssuche.

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Geld für was Kostenloses. Was?

von Kirika am Jul.18, 2010, unter Politik, Presse

Die E-Post kommt. Nein halt, die De-Mail kommt. Wie, beide kommen? Auch egal.

Vor zehn Jahren hat sich die Post schonmal die Pfoten bei der hippen Bezahl-Mail verbrannt. Nach fünf Jahren hindümpeln wurde das Projekt schließlich eingestampft, die “lebenslangen Adressen” gelöscht.
Jetzt hat man das totgeglaubte Biest wieder ausgegraben.
Als Begründung für das “neue tolle Kommunikationselement” kommt dann sowas wie “E-Mails sind nicht sicher.”. Oder “E-Mails sind nicht rechtsgültig in der Korrespondenz zwischen zwei Parteien.” Oder oder oder.
Genau genommen sind E-Mails rechtsgültig, wenn auch mit leichten Schwierigkeiten in Sachen Beweisführung.

Und wenn ein Brief unterwegs verloren geht, hat er genausowenig Aussagekraft wie eine E-Mail. Verzeihung, De-Mail. Nein, E-Post. Ach Himmel, beides.

Mir persönlich stellt sich natürlich immer die Frage, was zur Hölle mir ein Dienst bringen soll, der mich Zeit, Nerven und Geld kostet, wenn es das ganze auch kostenlos gibt?
Wenn ich etwas Wichtiges oder Offizielles wegschicken will, nehme ich natürlich dafür einen Brief und kleb ‘ne Marke drauf. Dann schick ichs aber auch per Einschreiben weg.
Für alles andere reicht die Mail. Also die E. Nicht die De.
Aber natürlich muss das Faktum, dass man unbedingt einen E-Post-Service benötigt, in den unendlichen Nichts-Weisheiten von Post und Bund irgendwo festgeschrieben stehen, was ein kleines nichtsahnendes Individuum einfach nicht versteht.

Denn bei Post und Bund lebt sichs ja immer getrost nach dem Motto: “Wenn das Pferd tot ist, steige ab, klone es, und reite das tote Pferd nochmal bis es wieder stirbt.”. Oder so.

Weitere Gedanken bei meinpolitikblog und daten-speicherung.

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Des Merkels Lügen

von Kirika am Jul.13, 2010, unter Politik, Presse

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Hat man diesen Podcastausschnitt von 2006 oder 2007 zum Elterngeld von Angela Merkel gehört, fragt man sich schon, was aus diesem guten Vorsatz geworden ist.
Aus Merkels Äußerungen wird klar, dass sie die Leute geradezu motivieren will, auch Hartz 4-Empfänger, Elterngeld zu beantragen.
Ausnahmslos alle. Nunja, es haben sich nunmal wieder die falschen Schichten vermehrt, nicht wahr Frau Pinocchio?

Christina Schröder, die Zuchtstutennachfolgerin, geht noch weiter:
“Die Einschnitte beim Elterngeld sind uns nicht leicht gefallen. Aber sie sind richtig. Gerade in SGB II – Paarbedarfsgemeinschaften führt der Bezug von Elterngeld zu negativen Erwerbsanreizen*. Weitere Sparmöglichkeiten gibt es beim Elterngeld jedoch nicht. Ich habe dafür gekämpft, dass das Elterngeld in seiner Grundstruktur dauerhaft gesichert wird. Der Höchstbetrag von 1800 Euro bleibt. Er ist unverzichtbar, wenn das Elterngeld gerade auch für Väter attraktiv bleiben soll. Familien brauchen Verlässlichkeit und nicht immer neue Sparvorschläge.”
*negative Erwerbsanreize = Euphemismus für “Kein Bock auf Arbeit, weil der Staat zahlt”

Nundenn, von sozial Schwachen ist natürlich keine Rede, vor allem, wenn man meiner Meinung nach an Rechenschwäche leidet. Hachja.
Aber Hauptsache, der Höchstbetrag für gut Verdienende wurde nicht angetastet. Darum ging es uns doch allen. Was hätten wir nur getan, wenns da zweihundert Euro weniger gegeben hätte. Autos hätten gebrannt und die Wirtschaft wäre zum Erliegen gekommen, Eltern hätten ihre eigenen Kinder gekocht um überleben zu können. Ähem.

Und der Idiotie die Krone aufgesetzt hat die gute Frau mit ihrem neuen Motto auch: “Für unsere Kinder sparen - nicht an unseren Kindern.” – ich könnte Regenbögen kotzen.
Frau Schröder, danke, dass Sie schon wieder mein Weltbild erhellt haben! Und auf Kritik reagieren Sie ja auch herrlich gelassen.

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Wenn das der Führer gewusst hätte!

von Kirika am Jul.10, 2010, unter Politik, Presse

Zugegeben, Flaggenfuzzis mit diesem Plastikgedönse und den Rückspiegel-Socken am Auto nerven.
Das Geschreie “Schland” nervt. Die Aufzüge, wie manche Fans sich in die Öffentlichkeit, abgesehen von Geschrei, Gesaufe und ähnlichem Erregen öffentlicher Freude, geben, sind es auch – nervig.
Wenn die Bildzeitung und ihre Anhängsel Knittelreime und Hasstiraden als – hoffentlich langsam verröchelndes – Printmedium bringt, nervt es nicht nur, sondern läd geradezu zum Fremdschämen ein. Wahrlich, es ist nervig. Nervig nervig nervig. Bah.

Egal. Was anderes, was nur in diesen Kontext passt:
Hätte Onkel Addi gewusst, dass seine glühendsten Anhänger im nächsten Jahrtausend nicht eine verweichlichte Bande von V-Männern ist, sondern links sind, hätte er bestimmt nie einen Krieg gegen die Sovjets angefangen sondern wär mit Väterchen Stalin zusammen in der Kiste geblieben.

Anders kann ich mir dieses Verhalten nicht erklären. Stehen die Nationalfarben des Hambacher Festes, der Weimarer Republik und der BRD doch genau genommen im Gegensatz zu national(sozial)istischem Gedankengut. Wie groß wohl die Empörung wäre, wenn man Che-Shirt-Trägern den Zutritt verbieten würde? Hm.
Aber nunja, heutzutage gibts bestimmt solche Links-Rechts-Hybride in freier Wildbahn, die einfach alles doof finden. Außer sich selbst vielleicht. Und Che-Shirts.

Im Endeffekt ist mir das Gehabe auch egal. Es war aber eine schöne Steilauflage für eine Karikatur, um die Absurdität darzustellen. Hachja. Schön, dass Berlin mit seinen linken und rechten Spinnern so schön weit weg ist.

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